Montag, 12. November 2012

Review: Shades of Grey (Teil1)

Hier ist sie nun, meine erste Buchreview. Wenn alles so läuft wie geplant, werde ich in Zukunft noch öfter über Bücher schreiben.
Diejenigen, die sich für das Thema generell interessieren, werden wahrscheinlich beim Lesen des Titels schon mit den Augen gerollt haben :D Denn jaaa, es gibt bestimmt Millionen anderer Posts oder Videos über dieses Buch und die Meinung gehen ja wirklich weit auseinander.

Pluspunkt: Ich kann mich erstmal darin üben und wenns nicht so hinhaut, gibt es noch etliche andere Reviews für euch ;) Wer sich dennoch für meine Meinung interessiert, liest jetzt einfach weiter.

Vorab: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das Ganze komplett Spoiler-frei hinbekomme; jedenfalls habe ich mir überlegt, dass das doch eine ganz schöne Herausforderung wäre... Also könnte es sein, dass doch der ein oder andere Hinweise auf den Inhalt/Verlauf auftritt!

Shades of Grey - Geheimes Verlangen
E.L. James
Goldmann Verlag
602 Seiten
12,99€ 


Über die Aufmachung, Gestaltung, das Cover etc. will ich jetzt gar nicht viele Worte verlieren; für mich spielt das bei einem Buch gar nicht so eine große Rolle, obwohl er natürlich doch ganz hübsch anzusehen ist.

Charaktere:

Allen voran ist hier natürlich Christian zu nennen, der erstmal als sehr geheimnisvoll dargestell wird. Natürlich wirkt er von außen total perfekt sprich attraktiv, erfolgreich, charmant, zuvorkommend, stinkreich etc.pp ;) Auf mich persönlich wirkt er aber vor allem eines: uuuunheimlich unsympathisch. Ich kann diesem Kerl wirklich nichts abgewinnen und frage mich, was alle an ihm finden!
Ich meine, für die Handlung ist es im diesem Fall ja irgendwo auch Vorraussetzung, dass er so rechthaberisch ist, da seine Dominanz ja sehr im Vordergrund steht. Aber dann ist er auch noch die Arroganz in Person, den würde ich im Leben nicht anhimmeln!
Und dann gibt er ständig unnötig Geld aus für alles und jeden ("weil ich es kann"), mal ganz abgesehen von seinen Stalkerneigungen.
Andererseits macht ihn doch auch irgendwas interessant, weil ich so eine Persönlichkeit selbst noch nie kennengelernt habe; also irgendwie war ich schon etwas neugierig, aber die Antipathie überwiegt schon sehr!

Zu Ana fällt mir irgendwie nicht so richtig viel ein. So im Nachhinein habe ich das Gefühl, man erfährt gar nicht allzuviel über sie, jedenfalls nicht viel von Bedeutung (oder aber nicht viel, an dass ich mich rückblickend erinnere...) Am Anfang konnte ich mich noch recht gut mit ihr identifizieren (was ich bei Büchern immer IRGENDwie versuche) und sie war mir doch recht sympathisch, was aber überhaupt nciht lange anhielt und sich radikal änderte als sie Christian kennenlernte und von ihm so angetan war; wofür mir aaabsolut jegliches Verständnis fehlt :D

Mein Eindruck:

Sehr gestört hat mich, dass vieles doch einen ziemlich unrealistischen Eindruck macht. Das kann ich generell gar nicht leiden, egal ob in Buch oder Film. Abgesehen von diesem jungen, aber sooo total erfolgreichen & perfekten Christian finde ich den Beginn ihrer Beziehung, Affäre oder wie immer man es nennen soll sehr fragwürdig. Von Ana wird zu Beginn direkt gesagt, dass sie absolut unerfahren ist und dann ist sie bei diesem bescheuerten Kerl :D quasi zu allem bereit; nunja gut, ein paar Hemmungen hat sie anfangs doch, aber nicht in den Maße wie man das so erwartet. Und dann kennen sich die beiden erst so kurz, aber kommen sich doch irgendwie total vertraut vor, obwohl sie sich irgendwie nicht wirklich viel über sich erzählen gegenseitig, also gar nicht viel voneinander wissen (Ana jedenfalls nicht von ihm).

Stellenweise ist es dann ja auch mal nachvollziehbar, zB. dass sie Angst hat ihn zu verlieren & daher alles mit sich machen lässt und manchmal sagt sie ja auch ihre Meinung aber dennoch hat man (ich jedenfalls) irgendwie gefühl, dass sie von ihm unterdrückt wird; noch etwas, was mir persönlcih einfach total widerstrebt.
Teilweise habe ich mich dann echt innerlich aufgeregt, wie er sich ihr gegenüber verhält; 1. weil ich mir dachte "wie kann sie nur.." und 2. weil ich es eben als recht unrealistisch empfand, dass es nunmal so ist...

Äußerst interessant fand ich aber dann dieser Gegensatz innerhalb von Christian. Einerseits wirkt er eben so makellos & glücklich, dabei hat er ja innerlich wirklich mit einigen Problemen, früheren Erfahrungen & Neigungen zu kämpfe, von denen aber lediglich Ana sowie der Leser erfahren.


Thema/Handlung:

Ich war vorab wirklich ziemlich neugierig und auf die Thematik sehr gespannt; einfach, weil das so ein Bereich ist, von dem ich absolut keine Ahnung habe und auch noch nie etwas mitbekommen habe. Es war also quasi komplettes Neuland für mich. In meinen Augen braucht man aber kein bisschen Angst davor haben, dass das Buch jemanden verstört, verdirbt oder traumatisiert (man hört ja so einiges...)
Am Anfang haben sich gewisse Szenen dann auch recht spannend gelesen, nach einer Zeit hatte ich aber irgendwie das Gefühl, dass es (sprich die Handlungsabläufe) sich stääändig wiederholte und fragte mich schon, wie denn bei den Charakteren da keine Langeweile aufkommt :D Dabei wird es ja so dargstellt/beschrieben, dass da eine totale Anziehung zwischen den Beiden herscht und es sexuell einfach immer UNFASSBAR gut läuft für beide etc.

Kommen wir mal zu dem wohl meist angesprochenen Thema (nach Anas Naivität): Dem Schreibstil.
Es ist ja selbst mir aufgefallen, dass da irgendwas schief gelaufen sein muss & das muss schon was heißen.
Wahrscheinlich hatte ich auch deshalb das Gefühl der ständigen Wiederholung weil es wortwörtlich der Fall ist!! Es ist ja nicht nur so, dass bestimmte Worte wie "innere Göttin" oder "postkoital" sehr gerne und zwar STÄNDIG verwendet werden, sonder auch ganze Phrasen oder Sätze einfach andauernd wieder auftauchen; und das ist nach gewisser Zeit echt nervig (und im übrigen total vorhersehbar)...

Aber um nochmal auf diese "innere Göttin" zu sprechen zu komemn. Ich habe die ganze Zeit nicht verstanden, worum es sich dabei so richtig handeln soll. Klar, man kann es sich irgendwie aus dem Zusammenhang denken; aber es ist einfach ätzend wenn da irgendein in meinen Augen total abstruses Wort verwendet wird (und sich daaaann noch ständig wiederholt) und das nicht mal irgendwie erklärt wird, nicht im Geringsten...
Ana denkt dann immer in so seltsamen Bildern, dass ihre innere Göttin grade im Raum herumhüpft oder Tango tanzt oder was weiß ich, dass man sich schon fragt, ob da nicht bei ihr eine seltsame Störung vorliegt oder ob die Autorin sich bloß irgendwie komisch metaphorisch ausdrücken wollte.

Ein anderer Begriff, der desöftern gebraucht wird ist das Unterbewusstsein, das ja sozusagen den Antagonisten zur inneren Göttin darstellen soll. Dieser Zusammenhang ist mir zwar immer noch schleierhaft, aber nunja ;)
Ich muss ich zugeben, während des Lebsens ist mir das gar nicht so aufgefallen, sondern erst als es in einer Videoreview erwähnt wurde: Im Roman hört Ana ihr Unterbewusstsein immer irgendwas sagen; dabei ist das doch im Grund gar nicht möglich. Was unterbewusst geschieht, liegt nunmal außerhalb unseres Bewusstseins/unserer Wahrnehmung und lässt sich deshalb nicht einfach so als "Stimme in unserem kopf" darstellen, die wir dann immer mal wieder zu uns reden hören.

Alles etwas seltsam, im Grunde ist es sowas wie Engelchen/Teufelchen, die ständig irgendwie an Ana zerren von zwei Seiten und sie ist eben so hin- und hergerissen, aber die Umsetzung ist an der Stelle leider nicht so gelungen.

Noch vor wenigen Tagen ist mir dann noch Folgendes aufgefallen: Einerseits setzt C. sich total für Umwelt, Nachhaltigkeit, Kinder in Not usw. ein, andererseits fliegt er tagtäglich teilweise wegen irgendwelchen Kleinigkeiten mit seinem Helikopter (natüüüürlich..) durch die Gegend, was (mal wieder!) doch recht widersprüchlich ist.

Fazit: 

Wenn ich so meine Review durchgehe habe ich doch wirklich sehr viele (und fast ausschließlich) negative Punkte angesprochen. Die Handlung ist stellenweise wirklich widersprüchlich oder unrealistisch und Christians Charakter geht mir manchmal richtig auf die Nerven.
Ich frage mich gerade, wie es dann sein kann, dass ich das Buch quasi verschlungen habe und ständig gespannt war, wie es weiter geht. Ich bin ziemlich hin- und hergerissen. Anspruchsvolle Literatur ist es keinesfalls, höchstens zur Unterhaltung gedacht und das ist in meinem Fall auch gelungen.
Ich glaube aber auch, dass das kein Roman ist, den ich gerne nochmal lesen würde, denn DANN würde ich wahrscheinlich noch viel mehr auf die genannten "Unstimmigkeiten" achten.
Vielleicht sind es auch eben diese Unstimmigkeiten, die mich sozusagen dabeigehalten haben und es so interessant gemacht haben...

Letztendlich habe ich das Buch gerne gelesen, TROTZ der vielen Kritikpunkte! Weiterempfehlen würde ich es jedoch nur für den Fall, dass man komplett erwartungsfrei daran geht. Es ist absolut kein künstlerisches Meisterwerk, aber doch irgendwie unterhaltsam. Es war ja doch mal was komplett anderes als das, was ich bisher so gelesen hatte und dadurch eben auch einigermaßen spannend. Falls ihr jedoch immer sehr kritsch an neue Bücher herantretet, auf den literarschen Wert achtet und euch gerne hinterher tiefgründig Gedanken darüber macht, solltet ihr lieber die Finger davon lassen ;)

Für alle die interessiert sind, hier die Amazonseite, wo es auch noch eeetliche Rezensionen gibt, von denen manche wirklich ziemlich vernichtend sind, mich aber teilweise wirklich zum Schmunzeln gebracht haben!

Eure Meinung zum Buch interessiert mich natürlich wie immer! Und was haltet ihr generell von mehr zukünftigen Buchrezensionen?

Kommentare:

  1. Ohja, dein review fand ich schon ab dem Satz "Auf mich persönlich wirkt er aber vor allem eines: uuuunheimlich unsympathisch." super :D Das ist auch leider ein Punkt, weswegen mir das Buch nicht wirklich gefallen hatte. Ich konnte mich überhaupt nicht in Ana hineinversetzen, da sie auf so einen seltsamen Typen steht. Mal abgesehen davon, dass mir nichtmal die optische Beschreibung zusagt, steh ich auch überhaupt so garnicht auf "Businesstypen" oder Männer in Anzügen :D Daher konnte ich mich in das Buch eigentlich sehr selten wirklich reinfinden.

    Was mich außerdem gestört hat (ich weiß jetzt nicht, wie es auf Deutsch war, da ich es auf Englisch gelesen habe) war die Sache mit dem nicht ausdrücken gewisser Begriffe... z.B. "he touched me THERE" oder aber auch "his erection" ... nagut, zweiteres war aber auch das einzige was annähernd einem angeblichen "erotischem roman" entsprich (als der er mir verkauft wurde).
    Möchte dazu sagen, dass ich schon recht viele Erotikroma gelesen habe und natürlich mich ziemlichen Erwartungen ans Buch rangegangen bin. Daher fand ich Fifty Shades im Allgemeinen ziemlich langweilig. Teil 2 hab ich mir dann noch angetan (hatte gleich die Triologie bestellt) und von Teil 3 nur noch das Ende gelesen :D

    Aber ich würde sehr gerne weitere Buchrezensionen lesen :) Fand diese hier sehr gut!

    Liebe Grüße :)

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  2. Hey, danke für die Rückmeldung :)
    Optisch fand ich christians beschreibung eigentlich ganz ok, bis auf die momente, an denen dann sein "kupferfarbenes haar" erwähnt wurde, was mich jedesmal echt irgendwie verwirrt hat. konnte ihn mir dadurch auch nie so gaaaanz vorstellen (anzugtypen sind aber auch nicht so meins, jedenfalls nicht, wenn sie täglich so rumlaufen...)
    Es war auf Deutsch ABSOLUT genauso, statt there stand da nämlich immer "da unten" was mMn NOCH schlimmer ist...
    Hast du denn auch 80 days gelesen oder hast es noch vor? Oder kannst du sonst irgendwas empfehlen (also etwas, das wiiirklich gut war?)
    Teil2 hab ich auch gelesen, dazu schreibe ich vilt. noch was. Teil 3 werde ich evtl. noch lesen, mir allerdings nicht selber kaufen, soviel steht fest :D

    Da ich zur zeit aber wirklich wieder regelmäßiger lese, werden das dann wohl eher nicht so ausführliche Rezensionen... Ansonsten könnte ich mich glaube ich gar nicht entscheiden über WELCHES ich denn jetzt schreiben soll ;)

    Alles Liebe!

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    1. Hey,

      also andere Bücher, die richtig gut waren, kann ich so jetzt nicht empfehlen. 80 days habe ich auch nicht gelesen. Lese eigentlich sehr wenig, da ich kaum dazu komme und sowieso den ganzen Tag Bücher für die Schule lese. Die letzten Sachen die ich so gelesen habe waren die House of Night Serie (am Anfang fand ich's gut, mittlerweile nur noch zuuuu seltsam, weil immer mehr "übernatürliche" Gegebenheiten und sowas dazu kommen) und Vampire Academy (was ich erst etwas gewöhnungsbedürftig fand, da die Protagonistin einen meiner Meinung nach recht "männlichen" Charakter hat aber zwischenzeitlich ist das Verhältnis zwischen ihr und dem Typen auch etwas Twilight/50 shades - mäßig kitschig/dramatisch. Konnte man aber sehr gut lesen. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich auf irgend eine Weise für Vampire interessiert. Die Serien sind jetzt beide nicht so typisch Vampir von wegen beißen und du wirst Vampir oder so, sondern die sind's halt alle schon von Geburt an oder so ähnlich, was das Ganze irgendwie wie ich finde auch mal ganz interessant macht ;)


      Freu mich schon auf weiteres ;)

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    2. Also dieser Vampirkram ist eigentlich gar nicht so meins. Die Twilightserie habe ich zwar gelesen und fand sie uach recht gut, aber dieser ganz "Hype" (um es nicht wahn zu nennen ;) ) nervt micht mittlerweile nur noch.
      Aber jeder hat nunmal einen anderen Geschmack, insgesamt so Fantasyzeug interessiert mich wirklich null. Bei Twilight war es halt wirklich noch serh "menschlich" (ich glaube, das selbst meinst du bei den serien auch, oder?)
      Obwohl es ja eigentlich eine Art Fan Fiktion o.ä. darstellen soll, finde ich SOG doch sehr weit davon entfernt. Empfindet wahrscheinlich auch jeder anders. Aber jetzt wo du es sagst; naja, dieses schnulzige, kitschige lässt sich schon ein weeenig wiederfinden.
      Aber man sagt ja auch nicht, alles was kitschig ist, ist so wie twilight... ich finde, man sieht da nicht sooo den zusammenhang.
      Ein neuer Buchpost dürfte übrigens demnächst kommen (u.a. mit SOG Teil 2)
      Schönes Wochenende!

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