Samstag, 12. März 2016

[HM '16] Wochen 5 - 8

Der Wettkampf rückt immer näher; schon das zweite Drittel meines Lauftrainings ist vorüber und ich hatte definitiv mit einigen Problemen zu kämpfen...

Detaillierter könnt ihr das im Folgenden lesen; gerade die letzte Woche war lauftechnisch ein ziemliches Desaster. Zum vorherigen Bericht geht es hier.

Woche 5: 40 min + 4 Steigerungen / 80 min / 50 min

Die fünfte Woche fing schon gar nicht gut an. Über Karneval gab es zeitweise Unwetter und ich habe extra versucht einen guten Zeitpunkt abzupassen... Dann schien sogar die Sonne, als ich mich zu meinem ersten Lauf der Woche aufgemacht habe. Er fing so gut an, aber nach etwas mehr als der Hälfte fing es dann an zu hageln! Obwohl ich mich eine Weile untergestellt habe, bin ich pitschnass geworden - gegen Ende dann noch Gegenwind. Die Steigerungen konnte ich leider auch nicht mehr sonderlich gut ausführen, so dunkel und nass wie es dann war...


Bei solchen kurzen Läufen muss ich mich immer sehr antreiben, um nicht in ein gemütlicheres Tempo zu verfallen. Trotz der Wetterproblematik hat wenigstens das noch ganz gut geklappt!

Dann kam jedoch der erste Lauf, den ich abbrechen musste. Ich war mit meinem Freund unterwegs und wir haben uns irgendwie verloren (daher waren die paar km auch so langsam). Nach langem Suchen hatte sich das erledigt, aber ihm ging es gar nicht gut, weshalb ich ihn nach Hause begleitet habe. Ich weiß aber auch, dass gerade die langen Läufe jetzt extrem wichtig werden, weshalb ich ihn unbedingt nachholen wollte! Es lief ganz gut und komplett ohne Gehpausen :) Nur einen vierten Lauf/ den ursprünglichen dritten Lauf habe ich dann nicht mehr untergekriegt...

Woche 6: 55 min / 5 km Wettkampf / 90 min

Das für mich ganz typische Problem: Die Angst zu schnell los zu laufen... Demnach passiert es mir oft, dass ich am Ende das Gefühl habe, ich hätte es auch schneller schaffen können. So bei ersten Lauf; im Vergleich war da die erste Hälfte definitiv langsamer.
Dann kam der 5 km - Wettkampf - hier wollte ich von Anfang an alles geben. Normalerweise starte ich mit 1-2 km locker "einlaufen", aber das kann man sich hier ja eher nicht leisten ;)


So eine kurze Distanz war ich noch nie auf Zeit gelaufen. Ich bin so glücklich mit dem Ergebnis und unendlich stolz!!! Ich habe es fast unter 1/2 Std. geschafft; das hatte ich immer für unmöglich gehalten.
Auch die 90 Minuten habe ich viel besser durchgehalten als gedacht. Und der Pace ist ein Traum für diese Länge! Besonders da ich durchgehend mit einer bestimmten Sache beschäftigt war: Ich bin ich zum ersten Mal mit einer Flasche gelaufen (in einem Gürtel zum umschnallen) und es war eine echte Katastrophe -.- Ich hatte 250ml dabei, aber die sind gar nicht an Ort und Stelle geblieben, der Gürtel verstellt sich dadurch automatisch und ich wäre fast verzweifelt. Schon sehr früh hab ich daher den Großteil davon trinken müssen. Gegen Ende hatte ich absolut keine Lust mehr und war dann auch froh, als die Zeit vorbei war...

Woche 7: 55 min / 35 min Intervall / (100 min)

Die siebte Woche startete super; die ersten zwei Läufe hab ich ganz regulär durchgezogen und der Intervalllauf war irgendwie anders als die bisherigen. Er ging erstaunlich schnell vorbei und meine Gedanken demgegenüber waren viel positiver als zuvor. Immer noch wahnsinnig anstrengend, keine Frage, aber ich hab es als gute Möglichkeit gesehen, mich in kurzer Zeit mal so richtig auszupowern.


Den langen Lauf (für Sonntag geplant) musste ich aufgrund von Kopfschmerzen verschieben. Und damit fing die Misere an; jedenfalls kommt es mir rückblickend so vor... Ich wollte ihn auf keinen Fall ausfallen lassen und bin dann direkt am nächsten Tag los, aber damit standen für Woche 8 ja ganze vier Läufe an und ich wusste eigentlich schon, dass ich das nicht auf die Reihe kriegen werde. Aber es kam noch schlimmer als gedacht...

Woche 8: 40 min / 60 min / (15 km Wettkampf)

Wie gesagt habe ich Anfang der Woche zunächst noch den langen Lauf nachgeholt und der lief schon mal alles andere als gut. Die Flasche hatte ich dieses Mal nur bis zur Hälfte gefüllt, was die Problematik etwas eingeschränkt hat; als störend empfinde ich es dennoch!
Diese 100 Minuten haben sich irgendwie sehr gezogen und ich hatte das Gefühl, langsam ist nicht mehr hauptsächlich meine Ausdauer das Problem. Gegen Ende wurde meine Beine sooo müde und es war echt ein Kampf, bis zum Schluss durchzuhalten. Danach habe ich nur noch stärker bezweifelt, noch drei Läufe zu schaffen, geschweige denn den 15 km - Wettkampf durchzustehen :(
Letztendlich war ich danach über eine Woche nicht laufen! Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, aber irgendwann musste es ja mal so kommen, dass nicht alles immer so toll klappt.


Abgesehen davon, dass es die ganze Woche über sehr regnerisch war und ich für zwei Klausuren lernen musste, ging es mir körperlich auch nicht besonders gut -.- Erst dachte ich, es sei eine Bindehautentzündung im Anflug (nach zwei Tagen hatte es sich erledigt), dann hatte ich mal Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und wollte einfach nichts riskieren.
Ich hatte das Gefühl, in dieser Woche kommt einfach ALLES zusammen, und war mit so ziemlich allem unzufrieden. Dabei stand ja eigentlich der nächste große "Wettkampf" an. Ich fühlte mich total unvorbereitet...

Da es eigentlich noch in diese Woche gehört, hab ich den Wettkampf noch hier rein genommen. Dazu bin ich tatsächlich erst am vergangenen Mittwoch (Woche 9) gekommen... Ich hatte das Gefühl, wenn nicht jetzt, werfe ich hin! Ich hatte richtig Bammel davor und vilt. war das auch einer der Gründe, warum es eher mäßig lief. Zu Beginn und leider dann auch zum Schluss hatte ich mit enormem Gegenwind zu kämpfen, sowas hatte ich noch nicht erlebt. Bis Kilometer 10 war der Lauf noch in Ordnung, aber dann, wo doch eigentlich bald der Endspurt anstand, wurde es fast unerträglich. Der Wettkampf-Gedanke war plötzlich komplett weg und ich wollte nur noch durchhalten. Der Gegenwind war so heftig, dass ich das Gefühl hatte, keinen Zentimeter voran zu kommen und meine Beine habe ich schon deutlich gespürt. Die letzten Kilometer fühlten sich an wie Schneckentempo (und lagen alle über 7 Minuten) und ich war sehr nahe daran, abzubrechen. Mehrmals.
Mit der Leistung bin ich gar nicht mal so unzufrieden (hatte mir < 1:40 erhofft, aber was sind schon 7 Sekunden?), aber das Lauferlebnis war größtenteils gar nicht gut. Es haben mich von Anfang an wieder einige Sachen gestört (das Laufen mit Flasche ist nur eine davon) und die letzten vier Kilometer waren der Horror. Ich bin mir sicher, dass der starke Gegenwind einiges dazu beigetragen hat, aber das lässt sich nun mal nicht beeinflussen und könnte schlimmstenfalls ja auch beim echten Wettkampf vorkommen!

Und abgesehen davon verschiebt sich jetzt natürlich wieder alles. Und das frustriert mich. Ich merke das Training mittlerweile deutlich. Sowohl körperlich als auch daran, dass es meinen Alltag mitbestimmt. Es ist mehr Planung nötig, als ich anfangs dachte (anderer Sport/ Erholungsphase, Essen, Wetter, Zeit bei meinen Eltern,...) und auch wenn ich bis zum HM jetzt theoretisch "frei" habe, wird es zunehmend schwieriger. Besonders, da jetzt noch ein Besuch bei meinem Bruder und dann Ostern zuhause ansteht (und dieses Wochenende ein runder Geburtstag in der Familie..). Man könnte meinen "laufen geht ja immer überall", aber so einfach ist es dann leider doch nicht immer.
Besonders die Wasser-/Trinkproblematik macht mir zu schaffen. Ich hab keine Ahnung, wie ich das in Zukunft bei längeren Läufen handhaben soll, ohne mich durchgehend mit dem unbequemen nervigen Gürtel beschäftigen zu müssen. Das macht definitiv keinen Spaß! Neues Equipment möchte ich mir jetzt für die wenigen Läufe aber auch nicht mehr zulegen (und wer weiß, ob ich damit überhaupt besser zurecht kommen würde). Die einzige Überlegung ist gerade, die Flasche einfach die ganze Zeit über in der Hand zu halten. Allerdings stelle ich mir das auch nicht angenehmer vor. HILFE!!!

Ich bin nun wirklich gespannt, wie sich die letzten vier Trainingswochen gestalten. Vier Wochen - das klingt so verdammt kurz! Langsam baut sich ein gewisses Anspannungsgefühl auf; vielleicht ist das ganz normal, aber vielleicht habe ich das auch der letzten Woche zu verdanken...

Kennt ihr solche Tiefs im Wettkampftraining? Und gibt es Vorschläge für das unterwegs-trinken? 

Kommentare:

  1. Wurde mein Kommentar jetzt veröffentlicht? Ich glaub irgendwas ging schief :(

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    1. Oh anscheinend nicht... Sorry fürs spamen... Ich hab dir grad nen langen Text geschrieben und es ist nun alles weg -.- Aber da du so verzweifelt klingst, möchte ich ihn nochmal schreiben und hoffe es klappt diesmal…
      Aaaaalso… Erstmal gaaanz feste durchschnaufen. Du machst das prima und hast es absolut nicht nötig dir Sorgen zu machen. Wenn du es nur 1-2 mal die Woche zum Laufen schaffst ist das auch kein Beinbruch. Und du bist doch bereits 15 km gelaufen. 15 km!!! Das ist riiichtig riiichtig viel und da kannst du sehr stolz sein! Wenn du 15 km schaffst, dann schaffst du auch 21 km. Ist es dein erster Halbmarathon? Also trainierst du auf Zeit oder willst du den HM einfach „nur“ schaffen? Wenn du nur ins Ziel kommen möchtest, dann gratuliere ich dir, dann hast du es praktisch schon geschafft. Versuch dein Tempo zu finden. Hetz dich nicht so. Nutze das Laufen um den Kopf frei zu bekommen nicht um während dem Laufen ständig daran zu denken, schneller zu sein etc. Hör auf deinen Körper, finde ein Tempo bei dem du dich noch locker unterhalten kannst und dann laufe „einfach“ drauf los. Lauf einfach mal 2 h am Stück egal wie weit du dabei kommst. Wenn du zwischendrin gehen musst, dann ist es auch nicht schlimm. Wenn es Tage gibt an denen es nicht läuft und die Beine zu machen, dann brech es nicht übers Knie, das führt nur dazu, dass du den Spaß dran verlierst. Sondern brech dann ab und gönn deinen Beinen die Pause. Nimm ein Bad und schmier sie kräftig ein.
      Zum Thema trinken: Läufst du eine bestimmte Strecke und drehst dann um? Oder gibt es bei euch auch Runden? Wenn ja, dann lauf am besten Runden und deponier dir einfach irgendwo ne Flasche Wasser. Wenn du dann bei der nächsten Runde dran vorbei kommst kannst du einen Schluck trinken. Ich habe das letztes Jahr auch so gemacht, da war es Hochsommer und da hätten mir 250 ml im Leben nicht gereicht. Ich hab dann auch gern Bananen deponiert :D oder du läufst so dass du wieder daheim oder am Auto oder am Radl oder so vorbei kommst. Ansonsten gäbe es noch so Trinkrucksäcke mit Trinkschlauch aber ich kann auch verstehen wenn du sowas nicht kaufen möchtest. Ich habe sowas auch nicht.
      Ich wünsch dir noch weiter gaaaanz viel Erfolg. Sei stolz auf dich du machst das prima.
      Liebe Grüße

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    2. Viiiielen Dank dir für die ganze Aufmunterung und das lange (und doppelte) Schreiben!!! Es tut wirklich gut, sowas zu lesen!
      Das mit dem langsamen Tempo habe ich gestern auch genau so gemacht. Bin nicht so weit gekommen, aber dafür hat es mit dem laufen besser geklappt & ich mich besser gefühlt :)
      Ja es ist mein erster HM und eigentlich will ich nur ins Ziel kommen. Wobei man ja dann doch im Laufe des Trainings die ein oder andere Zeit anpeilt. Es kommt bestimmt sowieso anders als gedacht. Aber eigentlich ist es mir wichtig, die gesamte Strecke durch zu laufen (ohne gehen), jedenfalls wichtiger als das Tempo!
      Ich laufe eigentlich immer eine große Runde, bzw. eben so groß wie es gerade erfordert. Ansonsten wäre das mit dem trinken jede Runde eine gute Idee. Im Moment geht es noch gerade so, aber die nächsten wochen, wenn es über die 2 Std hinaus geht (am kommenden WE bin ich bei 2h angelangt), könnte es etwas tricky werden :-/ Das mit dem Fahrrad probiere ich vilt. mal aus, wobei ich noch nicht weiß, wie ich so eine kleinere Runde legen sollte...
      Danke nochmal & ganz liebe Grüße zurück!

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