Freitag, 8. April 2016

[HM '16] Wochen 9 - 12

Es sind nur noch wenige Tage bis zu meinem Wettkampf und ich werde langsam richtig nervös. Gemischt mit riesiger Vorfreude!!!

Nachdem ich mit ein paar Problemen zu kämpfen hatte (Wochen 5-8), standen nun die letzten Trainingswochen an. Endspurt sozusagen...

Woche 9: 40 min + 4 Steigerungen / 65 min / (110 min)


Nachdem ich noch die 15 km aus Woche 8 nachgeholt hatte (s. vorheriger Post), hatte ich zwei Tage höllischen Muskelkater -.- Besonders Treppe runter oder einfaches Hinsetzten waren der Horror - die Läufer unter euch werden das sicher kennen ;) Einen der zwei kürzeren Läufe wollte ich daher auslassen und da die Steigerungen bei mir bisher nie so richtig hin gehauen haben, fiel die Wahl nicht schwer. Ich dachte auch, ein längerer Lauf ist sicher besser, da ich ja hauptsächlich noch meine Distanz ausweiten wollte.
Das war dann auch mein erster (und einziger!) Lauf im Training in meiner Heimat. Ich hatte richtig Respekt vor dem vielen auf und ab und es brauchte einiges an Überwindung. Habe dann meine uralten Laufschuhe rausgekramt, die ich genau für solche "Notfälle" aufgehoben hatte. Sehr überrascht war ich, dass ich dann trotz der vielen Höhenmeter tatsächlich 10 km in der Zeit geschafft habe. Das zeigte mir wieder dass ich bei solchen "kürzeren" Läufen mittlerweile gut klar komme und ich mich wirklich auf die Distanz konzentrieren sollte!
Den langen Lauf habe ich dann erst wieder zu Beginn der zehnten Woche geschafft... Hier bin ich bewusst sehr langsam los gelaufen, auch insgesamt langsamer gelaufen, dafür aber komplett durch! Und ich hab mich viel besser gefühlt!!! Ich merke immer wieder, dass es jetzt tatsächlich langsam an meiner Beinkraft hapert (als knapper Faktor quasi). Ausnahmsweise hat meine Ausdauer nämlich super mitgehalten, was wohl auch am langsamen Tempo lag.
Leider ist mir auch aufgefallen, dass es nun bei der Dauer/ den Distanzen kaum einen Unterschied mehr zwischen langem Lauf & "Wettkampf" gibt - was das Tempo, Beschleunigung u.ä. angeht. Für mich gilt es einfach durchzuhalten und im Bestfall ohne Gehpausen durchzukommen. Ich glaube nicht, dass ich gegen Ende mein Tempo steigern werden kann.

Woche 10: 35 min Intervall / 60 min / 120 min


Unglaublich, aber wahr. Zusätzlich zu dem langen Lauf Anfang der Woche habe ich noch weitere drei Läufe in der Woche unter bekommen!!! Und das, obwohl ich zu der Zeit meinen Bruder besucht habe. Daran sieht man, dass es auch anders gehen kann :)
Den Intervalllauf habe ich noch am Tag meiner Abfahrt fix abhaken können. Der einstündige Lauf war gefühlt überhaupt nicht gut. Der Tag war perfekt zum Laufen, aber mein Bauch hat etwas verrückt gespielt. Ich war froh, als ich es dann geschafft hatte. Für den zweistündigen Lauf sah es auch erst gar nicht gut aus, da wir am Vorabend spät weg waren und ich mittags noch etwas gerädert war...
Dann haben wir uns doch aufgemacht (mein Bruder hat mich tatsächlich begleitet ♥ ) und da ich unbedingt einmal um die Außenalter laufen wollte, stand dazu noch die Anfahrt mit dem Fahrrad an. Abgesehen davon, dass ich zwischendurch dringend eine Toilette aufsuchen musste :D und ab der Hälfte auf mich allein gestellt war, hat es sehr gut geklappt! Das Wetter war super schön und ich war zwar nicht sonderlich schnell, aber immerhin noch schneller als in Woche neun und nachher soooo unfassbar stolz und erledigt!!!


Ich denke, das war mit Abstand die erfolgreichste Woche im ganzen Training.
Tja und dann kam es leider so wie es kommen musste. Ich hatte anfangs schon Zweifel, wie ich Woche 11 bewältigen soll, da ich die halbe Woche über bei meinen Eltern sein sollte...

Woche 11: 8 km Wettkampf / 55 min / 130 Min

Ich hab eine komplette Woche ausgelassen :( Da ich mich die Woche zuvor so fest an meinen Plan gehalten hatte, hat mich das ziemlich runter gezogen, als es dann am Ende der Woche so aussah...
Zuerst hatte ich noch Muskelkater von Sonntag und dann hatte ich einen kleinen Fahrradunfall. Zum Glück ist dabei nichts schlimmes passiert und ich bin mit einem großen Schreck und einigen blauen Flecken davon gekommen. Aber Laufen gehen erschien mir so kurz danach auch nicht richtig - da mir das Fahrrad quasi aufs Schienbein gefallen war und das erstmal sehr geschwollen war. Ich kann wirklich von Glück sprechen, dass weiter nichts war; generell, aber auch in Bezug auf den HM!!!
Naja und dann war wie gesagt das Osterwochenende bei meinen Eltern. Und zugegebenermaßen wäre da wenigsten ein Lauf möglich gewesen. Aber irgendwie war ich dann richtig raus.. Ob es an dem Unfall lag, daran, dass es so kurz vom Wettkampf war oder an irgendwas anderem in meinem Kopf weiß ich nicht. Die Motivation war auch nicht mehr so richtig da und ich hab mich schon gefragt, wie es in Woche 12 weiter gehen soll.

Woche 12: 30 min Intervall / 60 min / (10 km 20 km Wettkampf)

Ich kann euch sagen: der 60-minütige Lauf war schon ganz und gar nicht einfach. Bis es überhaupt dazu kam, musste fast die komplette Woche vergehen. Ich hatte sogar zwei Mal schon meine Laufsachen angezogen (!!!) und es trotzdem nicht geschafft. Es klingt wahrscheinlich ziemlich blöd, aber das war eine totale Kopfsache und ich hatte (zurecht..) Bammel davor und hab es dadurch leider immer weiter aufgeschoben.


Erst freitags war es dann soweit. Als ich vor meiner Haustür stand und sie abgeschlossen habe, musste ich direkt lächeln! Der anschließende Lauf war allerdings wie erwartet sehr hart und erschreckend. Nach über 10 Tagen, in denen ich btw auch generell kaum sportlich aktiv war, kein Wunder. Zudem war es relativ warm und ich hatte sehr zu kämpfen. Und das gut eine Woche vor dem Halbmarathon! In Panik verfallen erschien mir auch nicht das richtige, aber die Gedanken sind natürlich im Hintergrund da. Ich war ziemlich langsam und kam mir noch viiiiel langsamer vor (aber schon krass, da das ja vor dem Training für mich ein ganz normales/ Durchschnittstempo war). Und ich hatte tatsächlich zwei Tage Muskelkater von diesem Lauf, der jetzt eigentlich nicht weiter schwer sein sollte...
Daraus ergab es sich dann auch, dass ich mir sonntags keine 20 Kilometer zugetraut habe und so bin ich in eine Zwickmühle geraten. Eigentlich wollte ich ja eine Woche vor dem Wettkampf pausieren, aber ich war überzeugt davon, diesen einen langen Lauf noch zu brauchen. Mindestens! Insgesamt fehlen mir ja eigentlich ganze zwei Wochen. Hilfe! Also lief es mal wieder (...) auf Montag heraus. Und ich fühlte mich montags zwar relativ unwohl, aber noch später wollte ich es auf keinen Fall werden lassen. Bis ich los gekommen bin, hat es dann wieder ein Weilchen gedauert, bzw. ich hab mir extra Zeit gelassen, da mir ziemlich flau im Magen war. Überhaupt passiert mir das diese Woche häufig. Obwohl ich ordentlich esse, bin ich nicht richtig satt, kann aber auch nichts mehr essen. Das ist wohl wirklich die Aufregung...
Jedenfalls war es von Anfang an eine Katastrophe. Schon auf den ersten 5 km musste ich mehrfach gehen (jetzt war plötzlich meine Ausdauer wieder das Problem) und überhaupt bin ich so langsam voran gekommen, dass es zum Verzweifeln war! Bei dem Tempo hätte ich aber nicht mal zeitlich die 20 km laufen können, da ich noch einen Termin hatte. Ich hab ständig überlegt "Kürzt du jetzt so ab? Oder läufst du noch bis da und da hin? Mal gucken wie weit ich komme. Vilt. sieht es in ein paar km anders aus? ....".  Sah es natürlich nicht -.- Nach 10 Kilometern ging es leider wirklich nicht mehr - und ihr könnt euch ja denken, was für ein Gefühl mir das für Sonntag gibt!
Lediglich mein Trinkproblem hat sich mit diesem Lauf wohl geklärt, da ich erstmals die Flasche in der Hand gehalten habe, was erstaunlicherweise gar nicht so übel war. Aber klasse, dass ich das erst beim letzten Lauf bemerke :D

Ich hab wirklich versucht, es etwas lockerer zu sehen. Und mal ein oder zwei Läufe weniger sind sicherlich kein Drama, aber so eine lange zusammenhängende lauffreie Zeit zeigt sich natürlich schon deutlich! Insgesamt hatte ich ja sogar zwei große Einbrüche und sehe dem Tag jetzt mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.
Obwohl so einiges schief gelaufen ist, ist es für mich schon sehr viel, was ich ins Training investiert habe. Ich hab mir lange nicht vorstellen können, überhaupt so weit zu kommen. Und irgendwie fühlt es sich an, als würde sonst was auf dem Spiel stehen. Dabei mache ich das ja wirklich nur für mich! Aber es ist für mich persönlich irgendwie eine große Sache und deshalb hoffe ich, dass es kein Desaster wird... Ich hab mir jedenfalls geschworen, auf keinen Fall aufzugeben. Auch wenn ich wahrscheinlich meinen Vorsatz (keine Gehpausen) über Bord werfen muss, werde ich verdammt noch mal irgendwie ins Ziel kommen, und das unter der Vorgabe von 3 Stunden.
Vielleicht hätte ich doch nicht gegen Ende die kürzeren schnellen Läufe auslassen sollen, mich jedenfalls nicht IMMER für die längeren entscheiden sollen. Aber ich hab nun mal absolut keine Erfahrung damit, deshalb muss ich es jetzt wohl so lernen.


Das sind übrigens meine bevorzugten Snacks bei den langen Läufen gewesen. Mit Trockenobst komme ich wirklich gut klar und diese Obstriegel haben dazu die perfekte Form. Die mag ich überhaupt gern für unterwegs und das sind meine beiden Lieblingssorten. Außerdem werden sie nicht zum Problem, falls man sie nah am Körper trägt.

Ich hab nämlich auch ein paar Energieriegel aus dem Drogeriemarkt ausprobiert, aber das eigentlich nur wegen der Abwechslung. Schon in Normalzustand ist die Konsistenz sehr gewöhnungsbedürftig, aber wenn sie warm und damit weich werden, ist es wirklich grenzwertig. Ganz abgesehen davon, dass die Schokolade schmilzt. Überhaupt sind die geschmacklich meistens ein Reinfall (die Auswahl ist aber auch nicht so berauschend), aber am schlimmsten finde ich das Mundgefühl.


Man kaut echt ewig an einem Stück und hat das Gefühl, es verklebt den ganzen Mund... Da ist man dann mehr mit Kauen, Runterschlucken und Mundsäubern beschäftigt als mit Laufen :D

Ich hätte es nie gedacht, aber die Aufregung bringt mich mittlerweile fast um. Und ich bin mir sogar sehr sicher, dass das nur an den letzten zwei Wochen liegt, und damit irgendwie auch berechtigt ist. So kenne ich mich nämlich gar nicht, selbst bei meinen Abiturprüfungen war ich entspannter!

Damit ist jetzt vorerst Schluss mit Trainingsberichten. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie nicht besonders gut angekommen sind, jedenfalls gab es nicht viel Resonanz. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass die meisten diese ganzen Details überhaupt nicht interessieren. Für mich selbst war es aber sehr gut, den Verlauf des Trainings so genau festzuhalten.
Vilt. ist der ein oder andere aber jetzt trotzdem gespannt auf den Bericht zum Halbmarathon, der dann demnächst folgt. In weniger als 48 Stunden ist der ganze Spaß auch schon vorbei ;) Ich kann jetzt schon sagen, dass es soweit eine wahnsinnig bereichernde Erfahrung war!

Habt ihr noch Tipps zur Vorbereitung am Vor- oder Wettkampftag? Drückt mir die Daumen!!!

Kommentare:

  1. Oh, jetzt ist es bald auch für dich soweit!!! Keine Panik, auch wenn du mehr Läufe ausgelassen hast als du wolltest, hast du deine Grundlagen. Und die werden dir helfen. Außerdem produziert der Körper im Wettkampfmodus sehr viel Adrenalin und das bringt dich auch viel weiter als du glaubst. Und die Zuschauer, die an der Strecke stehen tragen auch dazu bei. Wenn man zwischendurch zu ihnen schaut uns sie anlächelt, dann feuern sie dich umso mehr an, weil sie gesehen haben, dass du sie bemerkst und nicht nur "starr" geradeaus schaust ;-)
    Hier noch ein paar Tipps von mir - du weißt ja, ich bin selber noch Hobbyläuferin und man lernt meistens nur aus seinen eigenen "Fehlern", aber vielleicht hilft dir das ja:
    - Versuche dich morgen (Samstag) auszuschlafen, weil man in der Nacht vor dem Wettkampf wahrscheinlich eh kaum schlafen kann. Aber wenn du die Nacht davor gut und lange schläfst, hilft das auch schon enorm viel!
    - Lass den Tag vor dem HM ruhig angehen. Keine langen Spaziergänge/Einkäufe. Die Beine/Füße ruhen lassen. Keine Kraftübungen.
    - Ein Fußbad (mit Meersalz oder Natron) entspannt sehr gut
    - achte darauf was du morgen isst. Lieber auf gewohnte Lebensmittel zurückgreifen, nichts neues ausprobieren was dein Magen vielleicht nicht verträgt. Ich esse ein paar Tage vorher recht viel salziges, weil ich es beim Marathon ausschwitze und dadurch Elektrolyte verloren gehen.
    - viel, viel trinken (Wasser) am Tag davor!
    - Kleidung, usw. herrichten und vielleicht eine Checkliste machen, was du am Sonntag nicht vergessen darfst (Chip, Getränk, Riegel, Taschentücher, Essen für danach etc.)
    - Ganz wichtig: Nicht zu schnell loslaufen. Das ist der häufigste Fehler bei allen Läufern (auch bei mir). Die Kraft geht so schnell verloren und plötzlich kämpft man schon ab der Hälfte der Strecke ums durchkommen. Egal wieviele dich überholen, lass dich davon nicht einschüchtern, beachte sie einfach nicht!
    - Keine Angst vor dem Rennen! Du läufst für dich alleine. Und wenn du Gehpausen einlegen willst, dann mach es.
    - Wenn du wirklich nicht mehr kannst, dann versuch dir selbst positives zu sagen/denken. Nicht "ich kann nicht mehr, ich schaffe das nicht" - sondern "ich weiß dass es geht, ich bin gut, ich schaffe das". Das hört sich alles ein bisschen doof an, aber es hilft ungemein. Und gerade wenn man alleine läuft, dann sollte man sich auch selbst anfeuern können :-)
    - Ich laufe den Marathon auch immer mit der Flasche in der Hand und es hat mich bis jetzt nicht sehr gestört.

    Puh, ich hoffe ich habe nichts vergessen. Du packst das, ganz ganz sicher! Ich wünsche dir viel Kraft, Energie und einen supertollen Halbmarathon!!! Ich drück dir die Daumen, glaub an dich :-) LG

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    1. Ach, das ist so super lieb von dir!!! Vielen Dank für die lieben Tipps und Glückwünsche. Ich drücke dir natürlich auch die Daumen :)
      Das mir der Wettkampfmodus/die Stimmung, Zuschauer etc. weiterhelfen werden, daran klammere ich mich im Moment wirklich :D Ich weiß noch, dass ich letztes Jahr schon als Zuschauerin von der Stimmung total motiviert und gut gelaunt war.
      Die Tipps sind wirklich klasse; an ein paar davon hatte ich sowieso gedacht. Ich versuche schon seit ein paar Tagen früher schlafen zu gehen/aufzustehen, da mein Schlafrythmus über die Ferien etwas verschoben war... Und der HM startet schon so früh. Ich werde gleich auf jeden Fall schon versuchen zu schlafen. Ich hoffe aber trotzdem, mit morgen Abend/Nacht hast du unrecht...
      Fußbad und salzige Sachen essen sind sehr gute Ideen und eine Checkliste ist auch schon gemacht :) Du hast mich grade wirklich nochmal etwas beruhigt, vielen Dank!
      Morgen muss ich dann nur noch meine Startunterlagen abholen. Und mir überlegen, ob ich auch eine Flasche mitnehme oder mich auf die Verpflegungsstationen beschränken soll..
      Ich wünsche dir auch viel Erfolg, einen tollen Lauf und werde sicherlich auch zur Motivation zwischendurch mal an dich denken!!!

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  2. Oh jetzt hab ich es verpasst... Ich hoffe es ging alles gut! Und ja ich würde sehr sehr gerne einen Bericht über deinen Lauf lesen :) Ich kann deine Nervosität voll nachvollziehen. Ich bin auch grad an so nem Punkt ich hoffe trotzdem dass du deinen Spaß an der Sache hattest :)
    Ich schätze dir tut heut ALLES weh. :D

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